Ein schwarzer Tag für die Naherholung.

Jetzt ist es beschlossene Sache!

In der letzten Stadtratssitzung vor der Sommerpause wurde auch die letzte Hoffnung auf den Erhalt des Naherholungsgebietes nördlich der Daimlerstraße zunichte gemacht. Wieder einmal hat der Stadtrat fast einstimmig für die Genehmigung zur Erweiterung des Gewerbegebietes gestimmt. Somit verliert unsere Stadt ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Anwohner und Naturfreunde.

Ein trauriger Tag für all diejenigen, die bisher unermüdlich für den Erhalt und den Schutz unseres letzten zusammenhängenden Waldstückes innerhalb der Stadtgrenzen gekämpft haben. Alle Bemühungen den Stadtrat, der eigentlich Vertreter der Bürger sein sollte, umzustimmen wurden abgeschmettert. Was die Folgen sein werden bleibt abzuwarten. Jedoch vermitteln die ersten Bilder bereits einen Eindruck.

Mündlich versprochen wurde eine zügige Wiederaufforstung der 20 Meter breiten Waldfläche anschließend an den Waldweg. Was darunter zu verstehen ist, zeigen die ersten Bilder der bebauten Fläche, auf dem nun das neue Schalthaus beheimatet ist.

Kreisrat Dennis Uzon vor Ort.

Zwei Bäume sind der klägliche Rest der einstig intakten Fläche. Die Aufforstung sieht noch minimalistischer aus. Kaum zu erkennen sind die wenigen Büsche die „großzügig“ gepflanzt wurde.

Der Verlust des Baumbestandes sowie der damit verbundene Schutz für den Lebensraum von Tieren und der positiven Wirkung auf die Gesundheit von Waldbesuchern, wurden absichtlich zerstört.

In Bayern wurden bisher nur 25% der Ausgleichsflächen ihrer Bestimmung zugeführt. Somit müssen die Waldkraiburger mit viel Geduld auf ihre funktionstüchtige Ausgleichsfläche warten. Streuobstwiesen und Feuchtflächen sind mittlerweile ein seltenes Gut, das nicht unbegrenzt zur Verfügung steht.

Es ist für uns Bürger doch sehr verwunderlich dass eine Stadträtin zum allgemeinen Baumspendentag im November aufruft. Sie und ihre Partei stimmten doch von Anfang an gegen den Erhalt und den Schutz des Waldstückes an der Schilcher Linie. Die Menge die notwendig wäre um einen Ausgleich für die abgeholzten Bäume zu ersetzten kann man sich ausrechnen. Davon abgesehen wurden bereits vielfach Spenden für die Aufforstung im Waldkraiburger Restwald angeboten. Mehrere Privatpersonen offerierten der Stadt ihre Angebote für neue Pflanzen. Bisher gab es keinerlei Reaktion auf die großzügigen Angebote. Zudem können Neuanpflanzungen erst in Jahrzehnten den Verlust ausgleichen.

PLASTIK statt Hecken

Als Fazit sei nun festzuhalten: Wir können uns vom Bild des naturorientierten Lebensraumes und der Wertschätzung des bestehenden Ökosystems in unserer Stadt verabschieden. Vorrangig geht es zukünftig um Bebauung, Versiegelung und mehr Wohnraumschaffung.

Geht es um den tatsächlichen Bedarf?

Vieles bleibt auf der Strecke was Lebensqualität und Einklang mit der Natur voraussetzt.

Doch schon jetzt kann man bei einem Spaziergang durch Waldkraiburg feststellen dass „die guten alten Zeiten“ vorbei sind und es immer schwerer wird sich mit unserer Stadt zu identifizieren. Was anderen Ortes kultiviert wird und erhaltenswert erscheint, wird hier ausradiert und mit Beton ausgegossen. Vielleicht unter dem Stichwort „Unsere Stadt soll schöner werden“??