Lebenszeichen

Was gibt es Neues in Waldkraiburg?

Nach einer längeren Auszeit, melden wir uns mit einem Beitrag zurück und möchten zusammenfassen was sich im Gebiet um die Schilcherlinie und in einigen anderen Gebieten in unserer Stadt getan hat.

Corona hat uns alle noch fest in der Hand. Die Hoffnung, dass sich alles in einigen Monaten erledigt ist nicht in Erfüllung gegangen. Wir müssen bis auf unbestimmte Zeit mit dieser Situation leben.

Vor etwas mehr als einem Jahr hat unsere Sprecherin bereits bei einem persönlichen Gespräch mit dem Bauamtsleiter (im Vorfeld der Infoveranstaltung im Haus der Kultur) eine Entwicklung vorausgesagt, die nun Realität geworden ist. Auf die Möglichkeit das die Zukunft nicht mit einem unendlichen Wachstum bestehen bleibt, dass es Rückschritte und Einschränkungen für Industrie, Wirtschaft und auch Privathaushalte geben könne, wurde mit einem Lächeln reagiert. Heute ist es leider zur Gewissheit geworden, wie schnell sich eine Vermutung als Wahrheit mit sehr schwerwiegenden negativen Auswirkungen bestätigen kann. Die Angaben zum Geschäftsjahr 2020 und den zu erwartenden erneuten Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer sprechen für sich. Auch andere Einwände unsererseits, gegen eine großzügige Erweiterung in Waldkraiburg Nord, fanden keinen Anklang. Zu optimistisch (oder vielleicht ungewollt ignorant) war die Einschätzung für ein uneingeschränktes Wachstum auf allen Ebenen. Jetzt stehen wir an einem Wendepunkt mit ungewissem Ausgang.

Aktuell sieht es in Waldkraiburg so aus.

Vorher- Nachher- Show

Die Arbeiten für das von der Stadt ersehnte Stromhaus im Waldstück an der Schilcherlinie sind nun im vollen Gange. Damit einhergehend ist die Lärmbelästigung und das ungewohnte, gewöhnungsbedürftige Verkehrsaufkommen im Wald. Der An- und Abtransport von Baumaterial wird mit großem Gerät bewerkstelligt und umso vorsichtiger müssen sich nun die Waldspaziergänger verhalten. Das idyllische Bild von unberührter Natur gibt es nicht mehr. Bei vielen Bürgern erzeugt der Blick auf die Baustelle nur ein ungläubiges Kopfschütteln und es wird immer noch über Sinn und Unsinn des jetzigen Standortes diskutiert. Frühere Fehlplanungen werden nun deutlich sichtbar.

Ebenso ist es bei dem neu angelegten großen Parkplatz an der Daimlerstraße, der eine enorme Fläche einnimmt. Bisher nicht benutzt, könnte man nun auch auf die Idee kommen das es sich um eine neue Art von „umweltverträglichen“ Parkbuchten handelt, da die parkenden Autos fehlen.
Es war die Rede von Abholzungsmaßnahmen wegen Schädlingsbefall der Bäume. Dummerweise standen dort aber kaum Fichten. Die Fläche sollte wieder aufgeforstet werden. Nichts dergleichen wurde umgesetzt. Die Verwendung ist heute eine andere für „dringend“ benötigte Flächen.

Die behutsame Flächenentwicklung, die immer wieder gerne zitiert und auch als Wahlkampfthema herangezogen wurde, ist hier absolut nicht ersichtlich.

Aber auch andern Orts in Waldkraiburg kann man sich ein Bild davon machen wie mit den Flächen umgegangen wird. Die Grundstücke die derzeit bebaut werden, lassen keinen Zweifel mehr daran, dass es schlecht um das Grün in unserer Stadt steht. Natürlich ist Baugrund knapp und Wohnraum kostbar, aber es geht ausschließlich zu Lasten der Natur und unserer Lebensqualität. Es wird verdichtet und nachverdichtet. Ehemals große Grundstücke mit einem Baumbestand und einem Pflanzenreichtum der früher einfach dazu gehörte verschwinden.

Es entstehen Mehrfamilienhäuser, die auf Gärten verzichten. Schlimmstenfalls wird eine Steinfläche angelegt. Diese Entwicklung ist beängstigend, aber wohl nicht mehr aufzuhalten. Mittlerweile ist bei vielen Gemeinden der Groschen gefallen und die Steinflächen werden nicht mehr erlaubt. Auf eine Anregung hin, dies auch in Waldkraiburg so umzusetzen, kam die Aussage das es nicht in der Macht der Stadt stünde die Vergabe der Grundstücke mit diesen Auflagen zu versehen.
Andere Gemeinden schreiben sogar die Bepflanzung vor!

Jedoch in manchen Stadtteilen werden die Dinge anders gesehen: Gebiete die bis dato mit einem ruhigen Verkehrsaufkommen und geringen Belastungen beglückt waren, sind schockiert wenn der Komfort und die Idylle die sie all die Jahre gewohnt waren endet!
Die angestrebte Verdichtung macht dem ein Ende.

Oder der Antrag auf eine 30iger Zone am Jeschkenweg. Wie der Name anklingen lässt, ist es wohl kaum nachzuvollziehen mit welcher Menge von Verkehrsaufkommen dort zu rechnen wäre. Als Zubringerstraße zur Autobahn soll die Forderung untermauert werden. Dort leben Familien mit Kindern, was natürlich nicht bezweifelt wird. Sie machen sich Sorgen um das Wohl und die Sicherheit der Anwohner. Aber im Verhältnis zur Daimlerstraße, Grüner Weg, Graslitzer Straße uva., ist die tägliche Belastung massiv geringer und kann wohl kaum in einem realistischen Verhältnis gesehen werden.

Auch dort wohnen Familien mit Kinder, für die es seit Jahrzehnten einfach dazu gehört ständig achtsam sein zu müssen wenn die Kinder aus dem Haus gehen. Ganz zu schweigen von Lärm, Verkehr und Abgasen, die hier zum Alltag gehören! Auf Bitten und Drängen von vielen Anliegern gab es für diese Straßen immer abschlägige Antworten, dass es nicht möglich sei die Situation zu ändern. Man müsse sich arrangieren und mit den Gegebenheiten abfinden.
Liegt es vielleicht daran…… wer wo wohnt?
Mittlerweile melden sich Bürger aus verschiedenen Stadtteilen zu Wort. Sie äußern Ihre Meinungen zu Plänen der Stadt die sie nicht nachvollziehen können oder nicht mittragen möchten.

Liebe Waldkraiburger, verabschieden Sie sich schon jetzt von einem idyllischen Wohnen in der Stadt im „Grünen“. Es soll gebaut, verdichtet und alles besser werden.
Die früheren Stadtplaner sahen maximal 25.000 Einwohner in der Stadt.
Das wird sich ändern wenn man den Visionen des Stadtrates folgt und an das „entwickeln“ verschiedener Gebiete denkt. Zum Beispiel: Waldkraiburg-West, Peters-Gelände, Priesnitzstraße und andere.

Wir waren nicht untätig!

Zwischenzeitlich gab es Schriftverkehr zwischen einem sehr engagierten Mitstreiter, der einen breitgefächerten Fragenkatalog erarbeitet und dem Bauamt Waldkraiburg vorgelegt hat. Nach langer Wartezeit und mehrmaliger Nachfrage kam nur eine mangelhafte Antwort. Es gab keine detaillierten Erklärungen warum Auflagen im Gewerbegebiet nicht umgesetzt wurden. Wir bedauern das natürlich sehr. Die Auskünfte waren sehr allgemein und oberflächlich.

Unabhängig davon haben vermehrt Bürger Anfragen an die Stadt gestellt. Das Interesse und das Engagement für den Erhalt der Waldflächen und der Lebensqualität ist ungebrochen. Die Bemühungen und Beweggründe der einzelnen Personen sind vielfältig und unser Dank gilt ihnen allen. Auch über Baumspenden und deren Umsetzung wurde gesprochen.

Share on Facebook