Natur verliert immer?

Ein alter Zopf wird nicht abgeschnitten.

Mit der Stadtratssitzung am 21.04.2020, hat sich nun das vorläufige Ende eines einjährigen Versuches, Waldkraiburg auf einen anderen Weg zu bringen, erledigt. Die Zukunft wird uns nun zeigen welcher der bessere Weg ist. Schon jetzt stellt sich nicht mehr die Frage wie es bei uns mit behutsamer Entwicklung und geringer Flächenversiegelung aussehen wird. Unsere Hoffnung, dass der neue Stadtrat mit dem Mut für neue Visionen, auch neue Beschlüsse fassen würde, wurde nicht realisiert.

Ein Jahr lang, ob im Wahlkampf, mit wohlwollenden Kopfnicken von verschiedenen Stadträten wahrgenommen, im Fasching, als kleiner Baum unter den Schiffen dieser Welt, als Pointe im Saftladen, als Thema in vielen Leserbriefen oder in persönlichen Gesprächen mit Verantwortlichen. Nicht zu vergessen mit dem überragenden Einsatz vieler Mitstreiter beim Umsetzen der beiden Bürgeranträge!

Ein Mitglied unserer Initiative nahm Einsicht in die Bebauungspläne für das Gewerbegebiet und stellte einen detaillierten Fragenkatalog zusammen. Er bat um Auskunft warum die Auflagen für die Bebauung in mehr als 20 Jahren nicht umgesetzt wurden. Seit über 10 Wochen und mehrmaliger Nachfrage, kam bis heute keine Antwort von der verantwortlichen Stelle. Auch hier liefen unsere Bemühungen ins Leere.

Teilweise wurden wir als zu seicht, zu wenig kompetent, zu weltfremd, ohne politisches Verständnis oder einfach als undankbar bezeichnet, was absolut falsch ist. Wir haben hingegen niemanden kompromittiert.

Dies ist ein Punkt, auf dessen Richtigstellung, wir besonderen Wert legen!

Wir wissen durchaus zu schätzen was unsere Initiative gemeinsam erreicht hat. Es gibt keine Stichstraße und der Waldstreifen bleibt in einer Breite von 20 Metern östlich des Weges an der Schilcher-Linie erhalten.

Zu viel Wald?



Schon damals hatten wir uns auf Nachfrage eines Reporters dazu geäußert und erklärt das besagte Parteien verstanden hätten und wir das sehr zu schätzen wüssten. Im letzten Zeitungsbericht mussten wir dann zu unser aller Bedauern lesen: Die Bürgerinitiative weist die ausgestreckte Hand zurück! Mehrmals haben wir öffentlich wiederholt, dass es durchaus klar für uns ist einen Erfolg erzielt zu haben. Das keine Stichstraße gebaut wird ist natürlich lobenswert. Aber die Umsetzung des Vorhabens und die evtl. Schwierigkeiten, sowie finanzielle Kosten die auf die Stadt zukämen, sind somit auch vom Tisch.

Darüber hinaus ging die Diskussion oft in eine falsche Richtung. Wohnbaumaßnahmen spielten hier nur eine untergeordnete Rolle.

Die Fläche von 1,7 ha, man stelle sich vor, würde in 3 Teile zerlegt. ein Stromhaus, dass wegen schlechter Planung des Gewerbegebietes nun im Wald stehen muss. Dann vielleicht eine Lagerhalle. Ebenso möchte sich eine ortsansässige Firma ein weiteres Grundstück sichern, dessen Größe überschaubar ist. Davon hängt das Wohl von Vielen ab? Wohl kaum!

Da hilft es auch nichts wenn in der letzten Stadtratssitzung eine Stadträtin ihr Bedauern ausspricht sie hätte sich viele Gedanken gemacht über die Lebensräume die zerstört würden. Kleinstlebewesen und dergleichen hätten zu Gunsten der Industrie das Nachsehen. Aber trotzdem stimmt sie gegen unseren Antrag. Im nächsten Satz fordert sie zu mehr Phantasie der Industrie auf, weniger Flächen zu versiegeln. Eigenverantwortlichkeit, wie unser Engagement, beginnt bei jedem Einzelnen und wenn die Gelegenheit da ist so sollte man sie auch nutzen. Noch dazu wenn es keine zweite Chance dafür gibt!

Auch war es für uns eine große Enttäuschung wenn Personen zwar unseren Einsatz als ganz toll und ehrenhaft bezeichnen, vielleicht sogar noch unseren Bürgerantrag unterschreiben, sich aber dann in den jeweiligen Ausschusssitzungen ganz anders äußern und anders abstimmen.

Gestern war der Tag des Baumes. Die Umweltbilanzen sehen düster aus. Die innerstädtische Erwärmung steigt in den nächsten Jahren unaufhaltsam an.

Trotz allem hat sich unser Einsatz gelohnt. Man kann etwas bewirken wenn man sich für ein gutes Ziel einsetzt und keine Mühen scheut.

Wir haben im Rahmen unserer Möglichkeiten und auf einem Niveau, das ohne Zweifel Respekt verdient, einiges erreicht und das haben wir gemeinsam geschafft. Auf Interpretationen von Anderen, ob absichtlich oder aus Unwissenheit, hatten wir keinen Einfluss. Wir sind dafür nicht verantwortlich und es war oft sehr kräfteraubend dieses im Nachhinein richtig zustellen.

Bevor uns Corona nun völlig verstummen lässt, noch einmal ein herzliches Danke an Euch alle und bleibt gesund!

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